Der erste Monat!

Der erste Monat!

Die Elternzeit ist vorbei und für mich beginnt so langsam wieder der normale Wahnsinn. Wie waren die ersten Wochen und vor welchen Problemen standen wir?

 

Ein Wechselbad der Gefühle und Schuld daran ist das Internet! Ich nutze es weiterhin, aber es geht mir gewaltig auf den Sack!


    • Baby schreit und lässt sich nicht beruhigen, wann zum Arzt?
    • Kann man das Baby überfüttern?
    • Hat mein Baby Blähungen?
    • Was tun bei Blähungen?
    • Wie lange sollten Babys schlafen?
    • Mein Baby grunzt und quieckt im Schlaf, normal?

Das sind alles Suchbegriffe, die ich in den letzten vier Wochen mehrfach genutzt habe. Die wirklich abstrusen Suchbegriffe, in meinen Fall eher Suchsätze, lasse ich besser mal ungenannt.

Das Internet ist voll von Supereltern, die quasi die Gedanken ihrer Babys lesen und die Ahnungslosigkeit anderer Eltern überhaupt nicht verstehen können. Die Stillberater, die für jede Babyträne den Kaiserschnitt oder den Stillprozess der Mutter verantwortlichen machen. Verrückte Elternseiten, die scheinbar alle voneinander abschreiben und am Ende eines Artikels bist du trotzdem nicht schlauer. Dann gibt es da noch die Hebammen. Auch wenn ich oftmals das Gefühl habe, Deutschlands Hebammen hatten alle das selbe Lehrbuch, geben sie die besten Tipps. Sachlich, fachlich und verpackt in Praxisehrfahrung!

Leider vermitteln die Beiträge der oben genannten Fraktionen oftmals ein falsches Bild und geben den Eltern das Gefühl mit dem Baby könnte etwas nicht stimmen. Es kommt eben mal vor, das Babys weniger schlafen als der Durchschnitt und ein abweichender Windelverbrauch deutet auch nicht gleich auf eine Verstopfung oder Unverträglichkeit hin. – Mir fällt es auch nicht immer leicht, aber lasst euch nicht verrückt machen. Mama und Papa sind nur Menschen und entgegen der Meinung unserer selbsternannten Supereltern, wir können keine Gedanken lesen. Gebt euer Bestes, seid für das Baby da und wenn ihr euch doch mal unsicher seid, fragt einen Arzt oder die Hebamme.

 

Wir haben in den letzten Wochen viel gelernt und für das ein oder andere Problem einen Lösungsansatz gefunden. Trotzdem stehen wir fast täglich vor neuen Herausforderungen und was heute noch funktioniert, kann morgen schon zum Gegenteil führen. Hier sind einige unserer Herausforderungen und wie wir damit umgegangen sind.

Schlafen und dabei extrem merkwürdige Geräusche von sich geben, z.B. grunzen und quicken.

Die “Ich will nur bei oder auf Mama schlafen“-Phase, extrem anstrengend und kann für die Frau schnell zu einer Belastungsprobe werden. Hier hat sich unsere Tragehilfe bewährt und nach etwa 30 Minuten konnten wir sie dann in ihren Stubenwagen legen. In einem schleichenden Prozess folgt so langsam die nächste Phase, die “Ich kann nur noch beim Stillen einschlafen“-Phase, mal schauen wie lang diese anhält und was danach kommt. Am Ende des Tages bekommt sie trotzdem ihren Schlaf und wenn der Säugling nicht mehr Säugling ist, sondern Baby, dann werden wir an den Schlafgewohnheiten arbeiten und versuchen sie in die gewünschte Richtung zu lenken.

Ausscheidungen jeglicher Art, aus allen Öffnungen und in unterschiedlichster Konsistenz. – Gerne auch aus allen gleichzeitig!

Gerade die ersten zwei Wochen waren geprägt von einem gereizten Popo und viel Spucken. Wir haben die unterschiedlichsten Mittel ausprobiert. Von Wundcremes, über Puder, bis hin zu Schwarztee, aber am Ende hat nur Zinksalbe geholfen. Zinksalbe bei Wund und Ausschlag und wenn alles wieder gut ist, Babypuder und den Windelbereich trocken halten. Das viele Spucken hingegen hat irgendwann von selbst nachgelassen.

Popo = Zinksalbe und Babypuder
Spucken = hat von alleine aufgehört

Nicht das irgendjemand den Text falsch gelesen hat und bei übermäßig viel Spucken das Babypuder nimmt. Auch wenn der Mund danach trocken bleibt, das löst nicht das Problem und ist mit Sicherheit ungesund.

Blähungen waren ebenfalls ein Thema, ein oder zwei Tage schien sie welche gehabt zu haben. Viel schrei schrei und dolles strampel strampel. Fliegergriff, Bauchmassage, Kirschkernkissen, gefühlt hat nichts funktioniert, aber irgendwann war es dann weg und kam auch nicht wieder.

Essen, vieeeeeeel essen! – Gefühlt macht meine Frau den ganzen Tag nichts anderes als stillen. Das liegt aber auch daran das Stillen nicht gleich Stillen ist.

Wir mussten lernen das die Kleine oft auch nur Mamas Nähe möchte, dabei entspannt ein wenig saugt und dann friedlich einschläft. (Bei Erwachsenen besser bekannt als “netflix and chill”.) Nicht selten meldet sie sich dann schon 60 Minuten später zum richtigen und eigentlichen dinieren. Worauf möchte ich hinaus? Das Kind bestimmt den Intervall und wenn sie stündlich an Mamas Brust möchte, dann möchte sie eben stündlich an Mamas Brust. Die Dauer spielt dabei keine Rolle, it’s done when it’s done.

Weinen! Gerade die Momente, in denen die Kleine weint, sind die härtesten.

Wenn das Kind weint und wir die offensichtlichen Dinge wie Windel, Hunger und Schlaf ausschließen können, heißt es geduldig sein und auf einen Ansatz warten. Wir schenken der Kleinen viel Aufmerksamkeit, spenden Nähe und versuchen zu beruhigen. Entweder kommt dann irgendwann ein deutliches Zeichen, welches uns einen Ansatz bietet, z.B. das Suchen nach der Brust, oder aber sie schläft beim Schreien ein, vermutlich aus Erschöpfung. Das letztere sollte selbstverständlich kein angestrebter Lösungsansatz sein und auch wenn die Kleine jetzt friedlich schläft, es gab einen Auslöser und der muss gefunden werden. Im besten Fall war sie einfach nur überreizt und konnte deswegen nicht einschlafen oder wollte Müdigkeit durch das Schreien ausdrücken und hat sich dann quasi selbst wachgehalten. Sollte die Kleine Fieber haben oder über einen längeren Zeitraum durchgehend schreien, dann geht es definitiv zum Arzt, aber das war bis dato nicht der Fall.

Ich möchte an dieser Stelle die Wirkung von Staubsauger und Föhn erwähnen! Das Geräusch dieser Wundertechnik bringt unsere Kleine instant zur Ruhe, auch wenn der Staubsauger etwas effektiver ist!

Eine typische Ich will etwas aber ich sag euch nicht was!“-Situation im Hause DadOps:

» Die Windel ist sauber!
» Möchtest du an die Brust?
Scheinbar nicht, deutliches schreien und wegdrücken signalisiert ihr Desinteresse! (Ohje, sie lehnt die Brust ab!)
» Müde scheinst du auch nicht zu sein, möchtest du vielleicht ein wenig singen und tanzen im Fliegergriff?
Okay, ich habs verstanden! Kein Tanzen!
» Vielleicht doch Mamas Brust?
Die Kleine fängt kräftig an zu saugen, trinkt eine weile und schläft dann zufrieden ein.

Es ist ein auf und ab oder ein hin und her! Was gerade noch funktioniert hat, ist jetzt doof und was sie gerade noch nicht wollte, will sie jetzt! Es gibt eben keine Musterlösung, jedes Kind reagiert anders und am Ende hilft nur probieren und Stück für Stück wird man besser im Verstehen.

Lasst euch nicht unterkriegen, legt nicht jede Träne auf die Goldwaage und vergesst bei alle dem nicht, das ihr auch Ehefrau und Ehemann seid. Redet mit einander, am besten auch mal über andere Dinge als Baby und Eltern sein!

 

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